Westfalen-Blatt, 25./26. Juni 2005
Warum brennen Steine nicht?
Wissenschaftsshow: Ein Doktor der Chemie lässt die Funken sprühen
Es dauert, aber er schafft es. Zentimeter für Zentimeter kriecht der Aschewurm aus seiner Höhle. Sein Antrieb sind – Backpulver und Puderzucker. So machen Naturwissenschaften Freude. Die Kinder-Uni war neben dem Vorlesewettbewerb die erste der Veranstaltungen beim Literaturfest Poetische Quellen.
Rund 250 Kinder aus den Realschulen Süd in Bad Oeynhausen und Goethestr. In Löhne waren von der Schau trotz der drückenden Hitze im Veranstaltungszelt begeistert. Und das lag an Magic Andy. Hinter diesem Künstlernamen verbirgt sich Dr. Andreas Korn-Müller, ein Chemiker, der es richtig krachen lässt. Damit ist nicht nur der Abschluss-Rumms gemeint, für den auch er lieber den Ohrschutz aufsetzt. Nein, dieser Herr Doktor spritzt mit Wasser herum, wirft eine angeblich volle Windel durch die reihen und gibt den Kids zur Begrüßung erst einmal „Fünf“. Wer wollte so einen Lehrer nicht haben? Wenn man dann ganz nebenbei auch noch lernt, warum Steine nicht brennen, dann ist das wohl bestes Edutainment – Bildung auf die unterhaltsame Art. Denn die schwitzenden Fünft- und Sechstklässler durften kräftig mitmachen: Tintenkiller-Lösung aufschütteln, Staub zum Brennen bringen und Klebstoff verprügeln. Andreas Korn-Müller war mit dieser Schau beim Literaturfest dabei, weil man den ganzen lehrreichen Schabernack auch in einem schönen Buch nachlesen kann. „Das verrückte Chemie-Labor“ heißt das Werk: 48 Seiten spielerische Naturwissenschaft für Kinder ab neun Jahren. Ein Glück für die Kinderuni 2005 war, dass Magic Andy auch ein Bühnentalent ist, nicht umsonst wird er mit seinen Tricks regelmäßig vor die Fernsehkamera gebeten. Der künstlerische Leiter Michael Scholz war dann auch hellauf begeistert: „Ganz toll. Der bringt richtig etwas rüber.“ Das gelingt auch dank allerlei Zubehör: hier ein Vulkan, der Lava spuckt, dort ein Hamster, der ein Reagenzglas hält, dazu der Zauberhut und ein chefmäßiger Tonfall, der die Elf- und Zwölfjährigen nicht auf dumme Gedanken kommen lässt. Deswegen wollten sie alle bei den Experimenten mitmachen. Und sie saßen auch beim Frage- und Antwortspiel nicht tatenlos herum. Doch die 20-Gummibärchen-Frage nach den Steinen, die nicht brennen, die konnte niemand beantworten. Lösung: Verbrennung ist Sauerstoffaufnahme, und Steine bestehen schon etwa zur Hälfte aus Sauerstoff, nehmen also keinen mehr auf. Die Gummibärchen hat Magic Andy bekommen. Er hat sie verdient.
Wormser Zeitung, 27. Juni 2005
So entsteht aus Milch Geheimtinte
„Magic Andy“ und „Das verrückte Chemie-Labor“ experimentieren in der Buchhandlung Gondrom
Wie man Geheimtinte herstellt und was man sonst noch für lustige Sachen mit den unscheinbarsten Materialien anstellen kann, das erfuhren die Kinder und Erwachsenen, die trotz des heißen Wetters in die Buchhandlung Gondrom gekommen waren. Auf einfache und anschauliche Weise gelang es „Magic Andy“ dort, Interessantes und Wissenswertes aus der Welt der Chemie zu vermitteln. Auf einem Tisch hatte der Zauberkünstler Flaschen mit seltsam gefärbten Flüssigkeiten und noch einige andere Gerätschaften aufgebaut. Diese kombinierte er dann miteinander und erzielte einige zum teil absurde Resultate. So legte „Magic Andy“ eine Tablette auf ein Häufchen Sand, schüttete etwas Feuerzeugbenzin darüber und zündete das Ganze an. Nach kurzer Zeit verwandelte sich die brennende Masse in Etwas, das ekligen schwarzen Würmern erstaunlich ähnlich sah. Dann verriet er, dass Milch eine hervorragende Geheimtinte ergibt, wenn man sie auf ein Blatt streicht. Um die Schrift sichtbar zu machen, muss man einfach nur Pfeffer über das Blatt streuen. Im verlaufe der Show erklärte „Magic Andy“ den Kleinen unter anderem, was ein Klebstoff ist und welche Eigenschaften er aufweist. Auch die Fähigkeit bestimmter Stoffe, Flüssigkeiten aufzusaugen, wurde berücksichtigt. Besonders lustig wurde es, als er bei diesem Thema eine scheinbar volle Windel hervorholte und ins Publikum schleuderte. Aber auch als Erwachsener konnte man noch etwas dazulernen, beispielsweise wie Galläpfel aussehen und dass ein Tintenkiller die Tinte nicht beseitigt, sondern nur für eine gewisse Zeitspanne unsichtbar macht. Die Kinder konnten immer wieder aktiv an den Experimenten teilnehmen. So durften sie zum Beispiel Flüssigkeiten mischen, bestimmte Materialien einfach mal anfassen oder auch ihr eigenes Wissen kundtun. Die Show war auf jeden Fall ein Beweis dafür, dass die Beschäftigung mit Chemie auch ganz schön Spaß machen kann.
Nächste Termine
Chemie-Show
19. Juni 2012 - 20. Juni 2012 Europa-Park Rust
Das verrückte Chemie-Labor
23. Juni 2012 - Leuna
Magic Andys fantastische Chemie-Show
4. Juli 2012 - Leverkusen
Magic Andys fantastische Chemie-Show
6. Juli 2012 - Dresden
Magic Andys fantastische Chemie-Show
29. September 2012 - 30. September 2012 Lennestadt/Meggen



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